500-jähriges Bestehen – Fünf Jahrhunderte Dorfleben mitgeprägt – Geschichte Teil 6

Kaiserthron 1980

Die letzten fünf Jahrzehnte der Vereinsgeschichte waren geprägt von zahlreichen Jubiläen und einigen Wechseln in den Führungsfunktionen. Neben den beiden eigenen Jubiläen nahm der Bürgerschützenverein an zahlreiche auswärtige Jubelfeste teil und beteiligte sich an Feierlichkeiten anderer Vereine und Institutionen im Dinkelort.

Ortskaiserpaar 1973: Hermann und Klärchen Wissing

Das Jahr 1973 stand ganz im Zeichen des 775-jährigen Bestehens des Ortes. Beim ersten gemeinsamen Schützenfest beider Schützenvereine ging Hermann Wissing als erster Ortskaiser in die Geschichte des Dorfes ein. Seine Kaiserin war seine Ehefrau Klärchen Wissing.

Ortskaiserthron 1998

25 Jahre später wurden sie von Bernfried und Elisabeth Voss abgelöst. Sie geben das Zepter beim nächsten Ortsjubiläum in drei Jahren weiter.
Da die Vogelstange nicht mehr den polizeilichen Vorschriften entsprach, schufen die Schützenvereine der Gemeinde Heek im Jahr 1974 gemeinsam einen fahrbaren Kugelfang an. Seit dieser Zeit sorgen sachkundige Schießmeister für einen ordnungsgemäßen Ablauf beim Vogelschießen. Die mobile Vogelstange kam im Jahr 2012 erstmalig zum Einsatz. Im Jahr 1977 folgte Johannes Lammers auf Josef Pegel als Präsident.

Franz Kock: Runkelkönig 1977

Erstmalig beim Sommerfest 1977 schossen die Junggesellen aus ihren Reihen einen „Runkelkönig“ aus. Erster Runkelkönig wurde Franz Kock. Das erste Runkel-Kaiserpaar sind seit dem Jahr 2002 Stefan und Beate Schwering.
Am Volkstrauertag 1978 wurde auf dem alten Friedhof am Steinweg das neue Kriegerehrenmal eingeweiht. Die Initiative zur Errichtung dazu hatten der Heimatverein und die beiden Nienborger Schützenvereine. Das Lastschriftverfahren zur Einziehung der Mitgliedsbeiträge hielt ein Jahr später Einzug im Verein. Die Frauengemeinschaft nähten die neuen Wimpelketten, mit denen der Ort bei den Festen geschmückt wird.

Königsthron 1980

Ein rauschendes Jubiläum feierten die Bürgerschützen im Jahr 1980. Präsident Johannes Lammers wurde der erste Vereinskaiser, seine Kaiserin wurde seine Ehefrau Hildegard Lammes. Das Königspaar wurden beim Jubiläum Gerhard und Franziska Nacke. Ein Jahr später wurde Josef Nacke neuer General, der das Amt neun Jahre später an Günter van Dyk weitergab. Den Staffelstab des Präsidenten reichte Johannes Lammers 1992 an Felix Lammers weiter. Seit diesem Jahr wird der Clemensmarkt als typisches Nienborger Brauchtum durch die vorabendliche Generalversammlung der Bürgerschützen eingeläutet. Ein Jahr später wurde der Verein mit der Registernummer 494 unter dem Namen „Allgemeiner Bürgerschützenverein Nienborg e.V.” in das Vereinsregister beim Amtsgericht Coesfeld eingetragen. Im gleichen Jahr beteiligte sich der Verein am großen Umzug beim NRW-Fest in Münster.

Kaiserthron 1995

Infolge neuer Quellenfunde durch Historiker Josef Wermert alterte der Verein kurzerhand um 160 Jahre. Mit der Datierung der Vereinsgründung auf das Jahr 1520 ist der Verein die früheste in der Gemeinde Heek belegte Schützengesellschaft und gehört zu den ältesten Vereinen im Münsterland. Zum 475-jährigen Jubiläum im Jahr 1995 erhielt der Verein eine neue Schützenfahne und die Offiziere bekamen neue Uniformjacken. Hans Mensing errang bei dem Jubelfest nach einem spannenden Vogelschießen die Kaiserwürde, seine Kaiserin wurde Bianca Borgers. Ein Jahr nach dem Jubiläum wurde Josef Hintemann neuer General. Ihm folgte im Jahr 2004 Egon Lütke-Wenning. Seit 2008 führt Josef Helling als ranghöchster Offizier das Offizierscorps. Nachdem Karl Jöhne im Jahr 2008 das Amt des Präsidenten übernahm, gab er dieses Amt vor zwei Jahren an Markus Callenbeck weiter.
Mit Eigenleistung und einer finanziellen Unterstützung beteiligte sich der Verein im Jahr 2002 am Bau des Anglerheims auf dem Festplatz in der Niestadt. Wenige Jahre zuvor unterstützten die Bürgerschützen den Heimatverein finanziell bei der Errichtung des „Wilden Bernd”. Der Festplatz in der Niestadt entwickelt sich seit Mitte der 90er Jahr kontinuierlich zu einer grünen Oase in der Ortsmitte.

 

Kaiserthron 2007

Gemeinsam beschlossen der Vorstand und Kaiser Hans Mensing, die Amtszeit des Kaisers um die Hälfte zu reduzieren. Somit ermittelten die Majestäten im Jahr 2007 mit Wilhelm und Mechthild Mensing ein neues Kaiserpaar.

„500 Jahre Schützenverein bedeuten, dass wir fünf Jahrhunderte Dorfgeschichte mitgeprägt hat”, blickt Präsident Markus Callenbeck auf eine bewegte Vereinsgeschichte. Dienten die Schützen in ihren Anfängen auch zur Verteidigung, wurden im Laufe der Zeit die Schützen- und Sommerfeste immer mehr zu zünftigen Dorffesten. Die Feste sind Zeichen gelebter Tradition. Geprägt wird das Vereinsleben von Eintracht, Frohsinn, Heiterkeit und dem Verbinden von Generationen, bei dem Jung und Alt gemeinsam zusammen stehen. Die Verbundenheit des Schützenwesens mit dem Ortsbrauchtum zeigte sich in der Teilnahme bei zahlreichen Volksfesten als auch in der Einbindung unterschiedlichster Vereinsjubiläen in den Ablauf der Schützen- und Sommerfeste. Örtliche Vereine wie der Kirchenchor, die Landjugend oder der Sportverein feierten ihre Jubiläen im Festzelt.

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