Vogelbauer Bernhard Roters

2012_Vogel_Roters_7Stolz präsentieren Bernhard Roters und Herbert Wolbeck den Schützenvogel 2012

Seit 1986 stellt Bernhard Roters den Schützenvogel her.

 Wenn die Schützenbrüder vom Allgemeinen Bürgerschützenverein Nienborg am Montag (6. August) ihren Königsvogel ins Visier nehmen und den neuen Schützenkönig ermitteln, sollten sie sich vor Augen führen, dass einmal mehr ein prächtiges Exemplar aus Meisterhand zum Abschuss freigegeben wird. Seit 1986, als Stefan Mensing die letzten Reste des hölzernen Federviehs von der Stange holte und mit Marlies Gruber für zwei Jahre das Schützenvolk in Nienborg regierte, stellt Tischlermeister Bernhard Roters regelmäßig den Schützenvogel her. Vor ihm wurden die Vögel in der Schreinerei Kötter-Mers in Epe und davor durch den Nienborger Bernhard Mers gebaut. Anfang des 20. Jahrhunderts Gerhard Fiebach war viele Jahre für den Bau des Vogels zuständig, den er 1930 selbst erlegte und damit Jubelkönig in Nienborg war. Wie es geht, einen imposanten Schützenvogel zu bauen, hat der begeisterte Schützenbruder Bernhard Roters (er war bis zum Frühjahr 37 Jahre Offizier in beiden Nienborger Schützenvereinen) von seinem Arbeitskollegen Ludger Gelsing gelernt, mit dem er viele Jahre gemeinsam bei der Firma Nienhaus-Laing in Ahaus beschäftig war. Gemeinsam stellten sie ab 1975 einige Jahre so manchen Schützenvogel für alle Schützenfeste in Ahaus und auch für den Schützenverein Wext-Ammert-Wichum-Callenbeck her. „Mehrere Abende, dann habe ich den Vogel fertig“, beschreibt Bernhard Roters seine kreative Arbeit, die vielfach aus Sägen und Schleifen besteht. Einige Wochen vor dem Fest wählt er das passende Holzstück für den Rumpf aus. Bedingt durch die neuen Schussbestimmungen fiel Roters Wahl in diesem Jahr auf ein weiches Holzstück. Beim Aussägen des Rumpfes in der Schreinerei Heuing streikte die Säge plötzlich und unerwartet. Schnell war König Herbert Wolbeck zur Stelle und sorgte für das richtige Schmiermittel, und Bernhard Roters konnte seine Arbeit fortsetzen.

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Mit viele Liebe zum Detail stellt Bernhard Roters den Vogel her

 

Bei seiner kreativen Tätigkeit legt er sehr viel Wert auf Qualität und Details. Nachdem der Rumpf seine Farbenpracht erhalten werden daran Flügel, Zepter, Apfel, Nasenring und Krone angebracht. Abschließend klebt Bernhard Roters die Augen auf, damit sich der Vogel das bunte Treiben an der Vogelstange genau ansehen kann. Knapp 6 kg bringt der Vogel auf die Waage, die Spannbreite der Flügel ist 88 cm, während der Rumpfumfang 68 cm beträgt. Bis Montag (6. August) ist der prächtige Vogel im Ladenlokal der Landfleischerei des amtierenden Königs Herbert Wolbeck ausgestellt. Mit dem Ausholen des Königs wird auch der Schützenvogel ausgeholt und durch Erik Wolbeck zur Vogelstange am Eichenstadion getragen. Dort hoffen die Nienborger auf einen ähnlichen Krimi wie in 2010, als das Vogelschießen zwischen Herbert Wolbeck und Klaus Lammers an Spannung nicht zu überbieten war.

 

Bernhard Roters

Bernhard Roters begutachtet seinen Vogel auf der Vogelstange

 Beruhigt ist Bernhard Roters, dass bislang keiner seiner Vögel auf der Stangen sitzen geblieben ist. Das wird auch in diesem Jahr der Fall sein, wenn der Vogelbauer mit dem Feldstecher unweit der Vogelstange das Schießen genauestens beobachtet, wie die Königsanwärter den Vogel in viele Einzelteile zerlegen und zu Boden strecken, bis mit dem letzten Schuss der neue König ermittelt ist.

 

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Der zerlegte Vogel

 Bei der Weinpolonaise beim Krönungsball bringt der der alte König seinem Nachfolger die Überbleibsel seiner Trophäe als Geschenk.

 

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